Soumya !!

Stein am Rhein

Stein am Rhein

Stein am Rhein

Stein am Rhein

Stein am Rhein

Stein am Rhein

Stein am Rhein

Konstanz

Konstanz

Veras Auftritt bei Bank Notenstein

Veras Auftritt bei Bank Notenstein

Veras Auftritt bei Bank Notenstein

Mercedes Benz Museum

Mercedes Benz Museum

Mercedes Benz Museum

Mercedes Benz Museum

Mercedes Benz Museum

Mercedes Benz Museum

Mercedes Benz Museum

Mercedes Benz Museum

Mercedes Benz Museum

Mercedes Benz Museum

Mercedes Benz Museum

Auf dem Blauen Turm in Bad Wimpfen


WGM Soumya Swaminathan
an der Akademie Schloss Solitude

Soumya Swaminathan ist eine der drei Schach-Stipendiaten, die auf der Akademie Schloss Solitude zum Jahresanfang 2014 erwartet wurden. Schon zwei Jahre zuvor hatten wir durch die Akademie Vera Nebolsina kennengelernt, eine ehemalige Junioren-Weltmeisterin. Vera hatte ihren Weltmeistertitel 2007 errungen. Sie trat bald in unseren Verein ein, hat uns mit ihren Einsätzen in der Oberliga und der 2. Bundesliga sehr geholfen, und sie ist uns bis heute treu geblieben.

Soumya wurde 2009 Weltmeisterin. Natürlich hegten wir nun auch vage Hoffnungen, dass Soumya sich ebenfalls unserem Club anschließen könnte. Doch anfangs war sie skeptisch. Allerdings bemerkten wir sehr schnell, dass Soumya - wohl im Gegensatz zu vielen Schachspielern - touristisch sehr interessiert ist und große Lust hatte Land und Leute kennen zu lernen. Eine ihrer ersten Erkundigungen war, wie sie nach Neuschwanstein kommen könne. Das Märchenschloss des letzten bayrischen Königs gilt weltweit als Symbol Deutschlands und ist natürlich auch in Indien bestens bekannt. Sogar bei manchen Bollywood-Filmen durfte das Schloss des verrückten Königs schon als Kulisse dienen.

Eine erste Gelegenheit für ein schönes Sightseeing bot sich uns schon nach wenigen Tagen. Von Vera hatten wir Nachricht, dass sie wieder für einige Monate kommen werde. Allerdings würde sie nicht direkt von Novosibirsk nach Stuttgart kommen, sondern sie beabsichtigte über Berlin und Zürich nach St. Gallen zu reisen. Der Grund war, dass sie die Einladung einer renommierten St. Galler Privatbank zu einer ähnlichen Präsentation wie am 07.12.2012 im Rahmen der »Vertrauten Gespräche« in der Akademie Schloss Solitude hatte. Natürlich hatte sich Vera gewünscht, dass einige ihrer Stuttgarter Schachfreunde ihr an diesem Abend in St. Gallen die Ehre geben würden; anschließend würde sie ja dann nach Stuttgart kommen. So verbanden wir Veras Event mit einer schönen Tour für unsere neuen Stipendiatinnen und luden Ana Matnadze und Soumya Swamimatahan zu einer Tagestour nach St. Gallen über das malerische Stein am Rhein und über Konstanz ein, Rückfahrt am selben Abend. Nur schade, dass in Stein am Rhein die Sonne hinter den Wolken blieb.

Im Februar reiste Soumya dann zu einem lange geplanten Turnier in Moskau. Die Ergebnisse und teilweise auch die Partien konnten wir im Internet verfolgen, und wir hielten den Atem an, als sie mit 3 aus 3 gegen einen Gegnerschnitt von 2500 ELO-Punkten startete. Leider brach sie, bzw. ihre Ergebnisse danach total ein. Eigentlich hatte Soumya auch das Reykjavik-Open eingeplant. Doch aus irgendeinem Grund nahm sie doch nicht teil. Zum Glück für uns, denn in diese Zeit fiel ihr erster Einsatz für die Stuttgarter Schachfreunde.

Einen phantastischen Erfolg feierte Soumya am Fastnachtswochenende beim Pfalz-Open in Neustadt / Weinstraße. Sie besiegte unter anderen IM Dausch und GM Karpatschev und erspielte eine DWZ-Leistung von 2547 Punkten! Bernd Zäh hatte diesen Turnierbesuch angeregt und unsere beiden Spielerinnen Vera und Soumya mit seinem Wagen hin- und zurückgebracht.

Am Ende ihres Aufenthaltes hatte Soumya dann Besuche einer ehemaligen Nachbarin aus ihrer Heimatstadt Pune, die gerade ein Examen in Südfrankreich abgelegt hatte, sowie von „Doctor Rag“ (= WFM Dr. Raghavi - ja sie ist wirklich Ärztin!). Was wir wegen der allgemeinen Terminknappheit eigentlich nicht erwartet hatten, wurde dann doch möglich. Sonnenschein war angesagt, und alle hatten an diesem einen Tag Zeit, so dass wir Soumya und ihre Freundinnen zu einer Tagestour nach „Nju-Swonstin“ einladen konnten und uns so bei Soumya für ihren Einsatz für unseren Club ein wenig bedanken konnten.

Das folgende Gespräch hatten wir gegen Ende ihres Deutschland-Aufenthaltes auf englisch geführt. Ich gebe es nun in einer freien Übersetzung auf Deutsch wieder.

CS: Hallo Soumya, wie fühlst Du Dich?
Soumya: Danke, sehr gut!
CS: Wann bist Du angekommen?
Soumya: Am 9. Januar.
CS: Warst Du schon vorher einmal in Deutschland?
Soumya: Nein, es ist das erste Mal. Aber ich war schon in ein paar anderen Ländern in Europa.
CS: Und auch in Südamerika?
Soumya: Ja, im November 2009 habe ich die Weltmeisterschaft U20W in Argentinien gewonnen!
CS: Ist das Dein größter Erfolg bisher?
Soumya: Ganz sicher! Aber außerdem habe ich auch die Indische Frauenmeisterschaft im Januar 2011 gewonnen und Gold bei der Frauen-Commonwealth-Meisterschaft im Dezember 2012. Aber ja, die Juniorinnen-Weltmeisterschaft ist schon etwas ganz Besonderes.
CS: Und vielleicht auch Deine großartige Leistung beim Pfalz-Open in Neustadt an der Weinstraße mit einem DWZ-Erfolg von 2550 Punkten?
Soumya: Haha, ja, es war kein schlechtes Turnier.
CS: Nun neigt sich Dein Aufenthalt in Deutschland schon seinem Ende entgegen. Konntest Du diese Zeit genießen? Welche positiven / welche negativen Erwartungen über Deutschland haben sich bestätigt, welche Überraschungen gab es für Dich in unserem Land?
Soumya: Ich habe alles sehr genossen und „I am in LOVE with your country!“ Ich bin sehr glücklich über die Erfahrung ganz alleine für drei Monate hier in der Solitude gewesen zu sein, durch Deutschland zu reisen und Schach zu spielen, Ich traf einige wunderbare Leute, darunter Du und Bernd, die Ihr immer so toll mit allem geholfen habt. Ich glaube die Deutschen sind allgemein sehr hilfsbereit und offen, und ich mochte das wirklich sehr.
CS: Und was hat Dir speziell in Stuttgart gefallen oder mißfallen?
Soumya: Beim Wort Stuttgart fallen mir zwei Dinge sofort ein. Das Schloss Solitude und der lebendige Schlossplatz!

Etwas anderes ist, dass ich niemals in einem Schachclub oder für das Team eines Schachclubs gespielt hatte. Auch war ich noch nie zuvor in einer Buchhandlung nur für Schachbücher. Wir haben diese Art von Schachkultur in Indien nicht, obwohl es bei uns massenweise Spieler und Turniere gibt. Ich bin überrascht über das Ausmaß an Schachbegeisterung, sei es im Verein der Stuttgarter Schachfreunde oder sei es beim Pfalz-Open.

Und meinen Besuch im Mercedes-Benz-Museum werde ich nie vergessen, es war so spannend und inspirierend! Danke noch einmal, dass Du mich dorthin gebracht hast und auch für Deine Geduld!
CS: Ja, das kann ich bestätigen. Ich habe niemals jemanden gesehen, der sich alles so genau angeschaut hat wie Du. Als Du die vergilbten Pläne von Gottlieb Daimler studiert hast, war ich sicher Du rechnest gerade durch, ob das Auto so funktionieren kann. Das habe ich vor allem bei einer weiblichen Person noch nie gesehen!

Aber lass uns ein wenig über Indien reden. Heutzutage gewinnen die Inder zusammen mit den Chinesen die meisten Goldmedaillen bei den Jugend-Weltmeisterschaften?
Soumya: Ja, scheint wir sind ziemlich erfolgreich. Schach ist in Indien seit langer Zeit sehr populär. Acht von zehn Leuten in Indien wissen wie die Figuren ziehen. Wir haben ein System, das Erfolge auf internationalem Niveau sehr anerkennt und auch mit Geldpreisen und Stipendien belohnt. Wenn wir jetzt noch ein gutes Trainingssystem hätten, wären wir schon wer weiß wo!
CS: Wie bist Du zum Schach gekommen?
Soumya: Meine Mutter und mein Bruder haben es mir beigebracht.
CS: Vor kurzem hast Du uns viele Fragen über den Zugang zu Universitäten in Deutschland und die Kosten gestellt. Wie ist das in Indien?
Soumya: Oh, vor allem habe ich das gefragt, weil es vielleicht eine gute Idee wäre für ein oder zwei Jahre an einer Universität in Europa eingeschrieben zu sein und hier zu leben. Das Niveau der Universitäten ist auch in Indien hoch, allerdings etwas abhängig vom Fach, das man studieren möchte. Was mir am Erziehungssystem in Deutschland am meisten gefällt, ist, dass es bis hoch zur Universität kostenlos oder nahezu kostenlos ist. Außerdem ist die Qualität gut, so dass alle gleiche Chancen haben. In Indien haben wir zunächst staatliche Schulen, die gewisse Gebühren verlangen. Aber wegen der hohen Bevölkerungszahl hat schon hier nicht jeder Zugang. Auch ist das Niveau im staatlichen System längst nicht so gut wie in privaten Schulen und Universitäten, die darüber hinaus sehr teuer sind.
CS: Erlaube mir eine Frage zum Kastensystem, obwohl ich weiß, dass Du das Thema nicht magst. Aber bekommen die Paria (= „die Unberührbaren“ = niedrigste aller Kasten) nicht eine Art Bonus beim Zugang zur Universität um die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit auszugleichen?
Soumya: Das Kastensystem entstand vor Jahrhunderten auf der Basis des Berufes, den jemand hatte. Es gibt vier Gruppen von Kasten. Alle Priester und Lehrer bildeten die Kasten der Brahmanen. Könige, Maharadschas und Krieger bildeten die Kasten der Kshatriyas, Geschäftsleute gehörten zu anderen Kasten während die Arbeiter und armen Leute zu den niedrigsten Kasten gehörten. Aber zum Glück bestimmt heute die Kaste, in die man hineingeboren wurde, nicht mehr das Lebensschicksal. Wir beurteilen eine Person heute nicht mehr nach ihrer Kastenzugehörigkeit, tatsächlich denken wir noch nicht einmal mehr an die Kaste! Es gibt wirklich einige Vergünstigungen für die niedrigsten Kasten. Das wurde aber schon vor langer Zeit eingeführt, und ich denke es ist überholt.
CS: Lass uns zurück zum Schach kommen. Während Deines Aufenthaltes auf der Solitude war Dein erstes Turnier das Moskau-Open. Zunächst bist Du abgegangen wie eine Rakete.
Soumya: Ja, ich startete mit 3 aus 3 gegen einen Gegnerschnitt von 2500. Aber danach verlor ich fast alles. Ich machte nur noch ein halbes Pünktchen in den weiteren sechs Runden.
CS: Ja, wir hatten das beobachtet und es tat uns echt Leid! Musstest Du Deine Reise nach Moskau (nach Frankfurt mit der Bahn und Flug Frankfurt - Moskau) eigentlich selbst bezahlen?
Soumya: Ja, leider. Ursprünglich wollte unser Ministerium das Indische Team dorthin schicken, aber sie hatten es sich anders überlegt. Die besten Sechs der nationalen Meisterschaften bilden das Indische Team für ein Jahr. Auf dieser Basis werden wir jedes Jahr zu einer Reihe von Turnieren geschickt, alles komplett bezahlt vom Indischen Schachverband. Letztes Jahr war ich bei der Asien-Einzelmeisterschaft dabei und alle meine Kosten wurden übernommen.
CS: Liebe Soumya, es war für uns eine wunderbare Erfahrung Dich kennenzulernen. Und wir wären überglücklich, wenn wir Dich eines Tages in Deutschland oder vielleicht sogar in Stuttgart wiedersehen könnten!
Soumya: Ja, auch für mich war es ein Vergnügen Dich, Bernd und überhaupt jeden bei den Schachfreunden kennenzulernen, Claus! Und es war ein Vergnügen für Deinen Club zu spielen, ich habe es wirklich genossen, danke! Und natürlich würde ich gerne zurückkommen.
CS: Liebe Soumya, vielen herzlichen Dank für dieses Interview und für all Deine Unterstützung für die Stuttgarter Schachfreunde.


27.03.2014     Claus Seyfried





16.01.2014   Die Fahrt zu Veras Auftritt bei der Bank Notenstein
16.02.2014   Soumya Swaminathan im Mercedes Museum
09.03.2004   Ausflug nach Bad Wimpfen und Heidelberg
17.03.2004   Ausflug nach Njuswonstin
Mercedes Benz Museum

Mercedes Benz Museum

Mercedes Benz Museum

Mein Traum, der Flügeltürer

Stuttgart Halbhöhenlage

Gutes Eis am Marienplatz

Ausflug nach Bad Wimpfen und Heidelberg

Ausflug nach Bad Wimpfen und Heidelberg

Ausflug nach Bad Wimpfen und Heidelberg

Ausflug nach Bad Wimpfen und Heidelberg

Ausflug nach Bad Wimpfen und Heidelberg

Ausflug nach Bad Wimpfen und Heidelberg

Bei Füssen

Bei Füssen

Bei Füssen

Ausflug nach Neuschwanstein

Ausflug nach Neuschwanstein

Ausflug nach Neuschwanstein

Ausflug nach Neuschwanstein

Ausflug nach Neuschwanstein

Ausflug nach Neuschwanstein

Ausflug nach Neuschwanstein

Ausflug nach Neuschwanstein





P.S.:      (SSF-News vom 08.03.2014)

Wahnsinnsleistung von Soumya Swaminathan beim Pfalz-Open in Neustadt / Weinstraße

Damenpreise Pfalz Open 2014 Am Dienstag Abend konnten wir ja schon berichten, dass Soumya nach ihrem Sieg gegen ELO-Schwergewicht René Dausch (früher Böblingen) auch den zweiten 150-Kg-Mann GM Alexandr Karpatschev (RUS / Bad Mergentheim) „aufs Kreuz legen“ konnte! Ihre Partie gegen Karpatschev erschien heute in Harald Keilhacks Schachecke in der Stuttgarter Zeitung.

Einzig gegen GM Neiksans (LAT) musste sie in der Vorschlussrunde eine Niederlage hinnehmen. Denn sonst hätte vielleicht Soumya das Turnier gewonnen! Damit beginnt sie ihre Karriere im Bereich des DSB mit einer DWZ-Leistung in Höhe von 2547 Punkten (siehe unten)!! Und das Beste dabei:  ihr deutscher Klub heißt „Stuttgarter SF 1879“! Übrigens hat auch der in Neustadt anwesende (und halbherzig mitspielende) Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler sehr positive Worte zu Soumya auf der Schachbund-Seite gefunden (ebenfalls unten).

Text:  Claus Seyfried
Foto:  Bernd Zäh



Die Rheinpfalz (Lokalteil Mittelhaardt) am 04.04.2014 Die Rheinpfalz (Lokalteil Mittelhaardt) am 06.03.2014 Die Rheinpfalz am 06.03.2014

© Bernd Vökler auf der DSB-Seite Zu Harald Keilhacks Beitrag in der StZ